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Ich versuche das erste Bild zu vergessen,

Ich versuche das zweite Bild zu vergessen,

Ich versuche das dritte Bild zu vergessen,

Ich versuche das letzte Bild auch zu vergessen,

Ich versuche wie ein weißes Papier zu sein - und

dann auch dies zu vergessen.


Gang Shi

 

 

 
 
 
 
 
Zur künstlerischen Arbeit von Gang Shi
Stephan Paul Schneider

Herbst 2007 – es brennt neben der Akademie. Kinder haben einen Stapel mit Holzpaletten angezündet. Gang Shi geht spazieren und findet in den ausgeglühten, abgekühlten Überresten des Brandes eine „Skulptur“, ein verkohltes Stück Holz, welches sich durch seinen Blick, durch sein beiläufiges Aufsammeln jedoch sofort verwandelt – verwandelt in etwas Bedeutsames, Wesenhaftes, ja Wesentliches.

Diese kleine Geschichte beleuchtet, so meine ich, einen typischen Wesenszug in Gang Shis künstlerischer Arbeit und trifft genau den wesentlichen Punkt, der mich an seinem Schaffen interessiert.

Mit der vorliegenden Publikation und der Ausstellung „art.east: Gang Shi, Malerei / Manfred Schmid, Gefäße“ in der Galerie art.ist, Castrop-Rauxel, welche den Anlass hierzu lieferte, wird ein konzentrierter Ausschnitt des ganz aktuellen Schaffens von Gang Shi der Öffentlichkeit exemplarisch vorgestellt. Und wenn, wie hier, aus einem Studenten ein Kollege und Freund wird, so komme ich der Bitte Winfried Radingers gern nach, eine Einführung in die Arbeit Gang Shis zu geben!

Gang Shi malt, zeichnet, fotografiert und schafft malerische und skulpturale Objekte. Er arbeitet schnell. Allerdings hat diese Ge- schwindigkeit nichts mit Hast oder mit einer eiligen Beliebigkeit zu tun, sondern resultiert eher aus einer kontinuierlichen Vor- bereitung und konzentrierter Ruhe. Und er arbeitet viel, hart und fast immer. Aber, um der Sache näher zu kommen, müsste man den Begriff  „Arbeit“ im schillerschen Sinne hier durch „Spiel“ ersetzen. Also, Shi spielt viel, hart und fast immer! Wenn er spielt, so geschieht es still, fast unbemerkbar und mit höchster Konzentration. Und er kommt fast immer zu überzeugenden Ergebnissen.

Gang Shi sagt über seine Arbeit: „Die sieben Elemente, Metall, Holz, Wasser, Feuer, Erde und das Prinzip des Yin-Yang (das Dunkle und Helle) gestalten die ganze Welt, meinen ganzen Lebensweg und auch meine Werke.“

Diese Theorie der „Sieben Elemente“ nimmt einen sehr wichtigen Platz in der traditionellen Philosophie Chinas und in Gang Shis künstlerischer Arbeit ein.

Die sieben Elemente sind jedoch nicht als materielle Substanzen zu verstehen, sondern als Zeichen, als Symbole, welche für gestaltenden Kräfte in der Welt   stehen. Dies gilt nicht nur für die sichtbare Welt, sondern auch für eine unsichtbare, geistige Welt.

Nach dieser Theorie muss jedes vollständige, ganze und unzerstörte Objekt oder Geschehen alle sieben Elemente in einem stabilen und ausgeglichenen Verhältnis enthalten. Ändert sich etwas an dieser inneren Verhältnismäßigkeit im Sinne eines „Zuviel“ oder „Zuwenig“ oder fehlt gar ein Element, so ist die „Harmonie“ im Teil wie im Ganzen zerstört.

Shi sagt: „Ich wende die Theorie der sieben Elemente öfter auf meine Werke an. Ob eine Arbeit sich eher gegenständlich oder abstrakt gestaltet bzw. „gelesen“ werden kann, hat für mich keine wirkliche Bedeutung. Wichtig ist mir, dass sie genug Grund- elemente enthält, dass sie mit diesen Elementen funktioniert und dass hierdurch ein lebendiges Werk gestaltet werden kann.“

Allerdings klingt das Wort „anwenden“ hier fast zu profan, denn eigentlich empfindet man es eher wie Marianne Knöpfel schreibt : „Shi atmet das Dunkle und das Helle. Er ist Holz, Metall, Wasser, Feuer, Erde. Shi ist  Medium. Er balanciert die Welt. Sein Pinselstrich und Farbauftrag kämpfen gegen das Chaos, gegen die Entgrenzung. Shi ist das Gewicht, das die Waagschale der Schöpfung ins Gleichgewicht bringt.“

Jedoch ist hiermit kein passives Erleiden oder die Hingabe an ein esoterisches Geraune gemeint, sondern dieses „mediale“ Auf- nehmen, Filtern und Verarbeiten von Welt, dieses Ausbalancieren von Gegensätzen gelingt nur auf der Grundlage einer wachen, bewusst kalkulierenden und bodenständigen Persönlichkeit. Und der genannte philosophische Hintergrund gibt für Shis Arbeit selbstverständlich keine wohlfeile Rezeptur zur Erstellung „richtiger“ Bilder ab, sondern versetzt ihn in die Lage, seine kulturelle Identität, seine künstlerischen Wurzeln mit einer modernen und hellwachen Kunstpraxis und Analyse zu verbinden. Hieraus schöpft er Kraft für seine zeitgemäßen Kompositionen, welche nie einfach nur abbilden, nie nur abstraktes Konstrukt sind, jedoch immer authentische Erfahrung und   Gestaltung sind.

„Gang Shis Malerei und Zeichnungen wirken so, als dränge alles auf die Gegenständlichkeit einer Landschaft zu, während die Welt der Gegenstände aber noch keine festen Umrisse zeitigt.“  Genau diese Balance zwischen Gegenständlichkeit und Ungegens- tändlichkeit, zwischen autonomer künstlerischer Setzung und Spiegelung von Welt ist es, die es dem Betrachter ermöglicht, Shis Bilder immer wieder neu zu erleben und sich dabei der eigenen Wahrnehmungskraft bewusst zu werden. Und es ist eben diese Balance, die zum einen die Arbeit Gang Shis sowohl mit seiner fernöstlichen wie auch einer abendländischen Tradition verbindet als auch zum anderen ihre Wirksamkeit als absolut moderne, zeitgenössische Kunstposition  ermöglicht.

Mein Dank gilt Winfried Radinger und seiner Frau, die in diesen Zeiten den Mut und die Kraft aufbringen, nach neuen Künstlern zu suchen, um diese zu vertreten, für die Ermöglichung dieses Kataloges und für ihre freundschaftliche und professionelle Zusammenarbeit, Gang Shi (Fotografie, Satz und Lay-Out) und Karl Neuffer (Lektorat) für die sorgfältige und sensible Gestaltung und ihr Engagement und ihren Rat in allen Details. Mein letzter Dank geht an den Künstler Gang Shi selbst: für sein freundschaftliches Engagement, vor allem aber für sein Werk und dafür, dass wir es hier sehen dürfen. Der Ausstellung und der Publikation wünschen wir jene Beachtung, die dieses Schaffen verdient.
 
Katalog: 
Gang Shi Malerei 2007-2008,
ISBN:978-3-940887-39-9
Verlag der fadbk AG, Essen in Zusammenarbeit mit art.ist Galerie, Winfried Radinger
    

Aktuelle Nachrichten und Ausstellungen

               

Die KunstKompakt 7

 

öffnet am 13. und 14. März 2010 jeweils von 11- 18 Uhr. Bis Anfang April kann die Ausstellung noch besucht werden und endet am 3. April.

Öffnungszeiten bis zum 3. April jederzeit nach telefonischer Anmeldung

(+49 2043 704347)

 

 

www.kunstkompakt.de I Ringeldorfer Str. 6, 45968 Gladbeck

 

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Zhenia Couso-Martell
Karin Sanio
Gang Shi

 

 

projektraum-bahnhof25.de

10. Ausstellungsprojekt
am Samstag, 06.Februar 2010, 16.00 Uhr

Es Spricht: Annette Theyhsen, Kunsthistorikerin

06.02.2010 bis 28.02.2010
Sa. - So. 13.00 - 17.00 Uhr

und nach Vereinbarung


www.bh25.de
I bh25.de@googlemail.com I Bahnhofstr. 25

                                                                               D - 47533 Kleve

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Kraftzentrale
Ausstellung Ehemaliger, Studierender der Freien Akademie der bildenden Künste, Essen

 

Eröffnung: am Samstag, 31. Oktober 2009, um 19 Uhr

 

Die Ausstellung ist vom 1. November bis 8. November 2009
während der Öffnungszeiten
Mo - Fr 15 - 19 Uhr
Sa - So 13 - 20 Uhr


Ort: Neumannstraße 2, 40235 Düsseldorf



- Parallel
297 x 420 alles im Maß

Die Ausstellung ist vom 24.10. bis 20.11. 2009
während der Öffnungszeiten
Mo - Fr 13 - 18 Uhr
Sa - So 10 - 18 Uhr geöffnet


Finissage: am Freitag, 20. 11. 2009, um 21 Uhr


Ort: Neumannstraße 2, 40235 Düsseldorf
Galerie KU 28 | Prinz-Friedrich-Str. 28 H | 45257 Essen (Kupferdreh)

www.galerie-ku28.com I www.fadbk.de I Einladung

 

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"Suche nach Bildern"

Magdalena Mies & Gang Shi

 

 

Die Vernissage findet am Donnerstag, 15. Oktober 2009 um 19 Uhr,
im Floyer des Mediparc statt.


Es spricht Stephan Paul Schneider


Ausstellungsdauer:
15. Oktober 2009 bis 15. Januar 2010
Montags - Freitags von 9:00 - 16:00 Uhr


Mediparc Bottrop
Josef-Albers-Str. 70
46236 Bottrop

www.mediparc.de I www.magdalena-art.de I Eiladung

 

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The 46 Celeste Prize 2009 finalist works will be exhibited and performed, during the Art Forum, at the Alte AEG Fabrik, Gustav Meyer Allee 25


Friday 25 September
6pm to late
exhibition and voting for finalist works in:
'Installation, Sculpture & Performance'

8pm to late
Live Media event,
performance of 6 final sets and voting Bar


Saturday 26 September
3pm
exhibition and voting of finalist works in:
'Painting', 'Photography & Digital Graphics'
'Video & Animation'
 
6pm
awards ceremony for all prizes
presentation of catalogue 'Celeste Prize 2009'
with selectors committee
interview with artists
Wine

Sunday and Monday 27 & 28 September
3 to 7pm - exhibition continues

www.celesteprize.com


Alte AEG Fabrik
Mitte-Wedding area of the city
Main Entrance:  Gustav Meyer Allee 25    (S-Bhf. Humboldthain)
Secondary Entrance:  Voltastrasse 5        (U-Bhf. Voltastrasse)

 

"2009 Celeste Prize" catalogue Beteiligung

The 150 page catalogue will reproduce the 46 finalist works and the 75 shortlisted works, and include critical texts in English by the selectors: Mark Gisbourne, Adrienne Goehler, Victoria Lu, and Claudio Sinatti. There will also be an introduction by Steven Music, founder of Celeste Prize.

 

Gang Shi, " white point", Oil, Canvas, 150 x 130 cm, 2009 in schortlisted

http://www.celesteprize.com/works/pg:en09/pre:en09pit/tipo:s/

Gang Shi C Studios

http://www.celesteprize.com/gangskunst


 

 

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師剛 | info@gang-shi.com